071 - Aus einer Mücke einen Elefanten machen – wenn Bewertung zur Waffe wird

Shownotes

Aus einer Mücke einen Elefanten machen

„Jetzt mach doch nicht schon wieder aus einer Mücke einen Elefanten.“

Vielleicht hast du diesen Satz schon einmal gehört.

Vielleicht hast du ihn sogar selbst gesagt.

Auf den ersten Blick klingt er fast harmlos.

Als würde jemand sagen:

Nimm es nicht so schwer.

Doch was passiert eigentlich darunter?

Mit diesem Satz wird nicht nur eine Situation bewertet.

Es wird bewertet, wie groß dein Gefühl zu dieser Situation sein darf.

Und genau dort wird es spannend.


Mücke und Elefant sind keine Fakten

Zwei Menschen können denselben Streit erleben.

Dieselben Worte hören.

Im selben Raum sitzen.

Und trotzdem etwas vollkommen Unterschiedliches mitnehmen.

Der eine sagt:

„War doch nichts.“

Der andere liegt nachts wach.

Nicht, weil einer von beiden falsch liegt.

Sondern weil zwischen einem Ereignis und unserer Reaktion etwas Entscheidendes liegt:

unsere Bewertung.

Sabine und Michael sprechen in dieser Folge über das ABC-Modell des Psychologen Albert Ellis.

A steht für das Ereignis.

B für die Bewertung.

C für die daraus entstehende emotionale und körperliche Reaktion.

Und genau das B verändert oft alles.


Ein Beispiel

Eine Nachricht bleibt eine Stunde unbeantwortet.

Das ist zunächst nur das Ereignis.

Doch dann beginnt die Bewertung:

„Gestern hat er noch sofort geantwortet.“

„Vielleicht interessiert er sich nicht mehr für mich.“

„Da stimmt doch etwas nicht.“

Und plötzlich entstehen Unruhe, Kontrolle oder Vorwürfe.

Dasselbe Ereignis könnte aber auch bedeuten:

Der andere sitzt gerade im Auto.

Er ist im Meeting.

Das Handy ist leer.

Oder er hat es schlicht vergessen.

Das Ereignis bleibt gleich.

Die innere Geschichte verändert sich.


Doch wann wird Bewertung problematisch?

Wenn dein Partner sagt:

„Du machst aus einer Mücke einen Elefanten“

dann beschreibt er nicht mehr nur die Situation.

Er bewertet deine Bewertung.

Und sagt damit möglicherweise:

Meine Einschätzung deines Gefühls zählt mehr als dein Gefühl selbst.

Genau hier beginnt die Grenzlinie.

Denn es ist ein Unterschied, ob jemand sagt:

„Ich erlebe das anders als du.“

oder:

„Das ist doch überhaupt nicht schlimm.“

Im ersten Satz dürfen zwei Wahrheiten nebeneinanderstehen.

Im zweiten wird eine davon kleiner gemacht.


Was deine Lebensgeschichte damit zu tun hat

Was für einen Menschen eine Kleinigkeit ist, kann für einen anderen ein starkes Warnsignal sein.

Vielleicht wurden dir früher Versprechen gemacht, die nicht eingehalten wurden.

Vielleicht wurdest du als Kind mit deinen Gefühlen nicht ernst genommen.

Vielleicht hast du oft gehört:

„Mach doch kein Drama.“

„Stell dich nicht so an.“

„Ist doch nicht so schlimm.“

Dann kann dein Nervensystem heute auf bestimmte Situationen empfindlicher reagieren.

Nicht, weil du übertreibst.

Sondern weil dein System etwas wiedererkennt.


Wann beginnt Gaslighting?

Nicht jeder Satz wie „Du übertreibst“ ist automatisch Gaslighting.

Manchmal ist er unbeholfen.

Manchmal entsteht er aus Sorge.

Manchmal weiß der andere einfach nicht, wie er mit deinem Gefühl umgehen soll.

Problematisch wird es dort, wo sich das Muster wiederholt.

Wenn deine Wahrnehmung regelmäßig infrage gestellt wird.

Wenn aus:

„Das sehe ich anders.“

irgendwann wird:

„Das bildest du dir ein.“

Wenn aus dem eigentlichen Thema plötzlich deine angeblich übertriebene Reaktion wird.

Dann verschiebt sich das Gespräch.

Nicht mehr:

Was ist passiert?

sondern:

Was stimmt mit dir nicht, dass du so reagierst?

Und genau dort können Schuldumkehr und Gaslighting beginnen.


Was langfristig passieren kann

Wer häufig hört:

„Du übertreibst.“

„Du bist zu empfindlich.“

„Du machst aus allem ein Drama.“

beginnt irgendwann vielleicht, sich selbst zu überprüfen.

Noch bevor ein Gefühl ausgesprochen wird.

„Darf ich das überhaupt so empfinden?“

„Bin ich wirklich zu empfindlich?“

„Vielleicht bilde ich mir das tatsächlich nur ein.“

Und genau das kann über längere Zeit das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung schwächen.


Was du stattdessen sagen kannst

Wenn dir die Reaktion deines Partners sehr groß vorkommt, versuch nicht, das Gefühl kleiner zu machen.

Frag lieber:

„Was genau an dieser Situation hat dich so getroffen?“

Oder:

„Ich erlebe das anders, aber ich sehe, dass dich das gerade beschäftigt.“

Oder:

„Was brauchst du gerade von mir?“

Du musst die Bewertung deines Partners nicht teilen.

Aber du kannst sein Erleben ernst nehmen.

Das ist ein großer Unterschied.


Wenn du den Satz selbst häufig hörst

Dann beginnt der erste Schritt nicht unbedingt beim anderen.

Sondern bei dir.

Versuch dir selbst zu sagen:

„Für mich ist es gerade so.“

„Das ist meine Wahrnehmung.“

„Dieses Gefühl ist echt, auch wenn jemand anderes es anders erlebt.“

Dein Gefühl braucht keine Erlaubnis.

Und es braucht auch keine Bestätigung, um vorhanden sein zu dürfen.


Deine Mitnehmfrage

Gibt es in deiner Beziehung Situationen, in denen du dein eigenes Gefühl schon zurückhältst, bevor du es überhaupt ausgesprochen hast?

Vielleicht weil du bereits erwartest:

„Gleich heißt es wieder, ich übertreibe.“

Und wenn ja:

Was würde sich verändern, wenn du deiner eigenen Wahrnehmung wieder ein kleines Stück mehr vertrauen würdest?


Mücke und Elefant sind keine Fakten über die Welt.

Sie sind Bilder für Bewertungen.

Für dich darf etwas groß sein, auch wenn dein Partner es klein erlebt.

Und für deinen Partner darf etwas klein sein, auch wenn es dich tief trifft.

Partnerschaft beginnt dort, wo beide Wahrheiten Platz haben.


Sabine Lahme begleitet Paare und Einzelpersonen in genau diesen Phasen: vertraulich, klar und ohne Umwege.

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Infos über Michael Lahme findest du hier: https://michael-lahme.de

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu Lame Life, deinem Beziehungspodcast für mehr Leichtigkeit und Mut in deiner Beziehungen.

00:00:14: Mein Name ist Sabine Lame und ich freue mich sehr dass du wieder eingeschalten hast.

00:00:18: also such dir ein ruhiges Blätzchen lehnt dich zurück und nehmt dir jetzt Zeit für Dich!

00:00:30: Aus einer Mücke einen Elefanten machen wenn die Bewertung zur Waffe wird.

00:00:36: Hallo und tatsächlich Willkommen und schön das Du wieder dabei bist.

00:00:39: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:42: Jetzt mach doch nicht schon wieder aus einer Mücke einen Elefanten!

00:00:45: Boah,

00:00:45: du übertreibst...

00:00:47: Diesen Satz hast Du wahrscheinlich schon gehört Und Du Umständen hast Du ihn ja auch schon mal selber gesagt.

00:00:55: Er klingt harmlos Fast schon fürsorglich Als würde Dich jemand ganz sanft daran erinnern die Dinge Nicht allzu schwer zu nehmen.

00:01:05: Aber da steckt eine tiefe Botschaft dahinten Ja

00:01:07: Denn dieses Satz erhält eine Behauptung, die sich als Beobachtung tarnet.

00:01:12: Er sagt, deine Reaktion passt nicht zur Größe des Ereignisses.

00:01:16: Das ist gerade unangemessen?

00:01:17: Du übertreibst!

00:01:19: Deine Mücke ist objektiv eine Mücke.

00:01:21: Keine Frage, keine Diskussion – nur ganz logisch.

00:01:26: Wir lecken das fest.

00:01:27: Genau.

00:01:29: Spannende Frage.

00:01:30: Darum geht es heute und wir zeigen dir warum Mücke und Elefant keine Fakten sind sondern Bewertungen Und weshalb wir genau an der Stelle von Grenzüberschreitungen sprechen, von Gaslighting.

00:01:47: Denn die Grenze ist manchmal schmaler als du denkst und der erste Denkfehler Größe ist keine Tatsache!

00:01:57: Viele werden jetzt auflachen und sagen doch doch Größe is ne Tatsche hinein.

00:02:02: hier geht's um Streit und hier geht es um Bewertung nicht um die Größe von denen ihr gerade ausgeht.

00:02:07: haha

00:02:09: Grüße ist eine Ansicht.

00:02:10: Genau,

00:02:12: stellen wir uns zwei Menschen vor die den selben Streit erleben und der eine sagt danach da war doch nicht das haben wir ganz schnell geklärt

00:02:20: und der andere sagt dass hat mich den ganzen tag beschäftigt.

00:02:24: das habe ich noch mitgenommen in die arbeit

00:02:27: und manchmal sogar nachts ins schlaf.

00:02:29: ja

00:02:31: Beide waren im selben Raum und beide haben dieselben Sätze gehört.

00:02:34: Und trotzdem tragen beide völlig unterschiedliche Ereignisse mit sich rum.

00:02:40: Ja, es macht deutlich dass die beiden völlig unterschiedlicher Wahrnehmungen

00:02:45: haben.

00:02:45: Ja!

00:02:46: Und dazu gibt es ein Modell.

00:02:48: Ein Modell vom Psychologen Albert Ellis.

00:02:52: der hat vor Jahrzehnten ein ganz einfaches Modell beschrieben nämlich das ABC-Modell.

00:02:58: A steht für das Ereignis b steht für die Bewertung und c steht für Die Konsequenz, also das Gefühl und das Verhalten, dass daraus folgt.

00:03:11: Und jetzt nehmen wir mal dieses Modell auseinander.

00:03:13: aber davor zwischen A und C liegt B und B entscheidet fast alles.

00:03:22: Wir gehen von aus.

00:03:23: du bekommst eine Nachricht, die eine Stunde unbeantwortet bleibt.

00:03:28: Oh der Standardklassiker

00:03:35: Es ist ganz klar eine Stunde ohne Antwort.

00:03:40: Jedoch B kann alles mögliche sein.

00:03:43: Der Mensch war beschäftigt, der Mensch war unter der Dusche in einem Meeting konnte gerade nicht ans Telefon weil er im Auto saß.

00:03:51: Strom vom Telefon war aus.

00:03:54: Telefon War Aus?

00:03:55: Whatever?

00:03:57: Und dann für das zu C du könntest sagen Ja ich gehe in Geduld Ich bin gelassen und jetzt gehen wir mal In B in eine andere Möglichkeit.

00:04:14: Und bewerten das ganze

00:04:15: Mal?

00:04:15: Jetzt bewerten wir es, genau!

00:04:17: Oh, das wird schön...

00:04:18: Bewerten mal!

00:04:21: Gestern hat er noch geantwortet.

00:04:23: wenn ich was geschrieben habe Was ist denn da los?

00:04:27: Geht ja gar nicht mehr auf mich ein.

00:04:29: Der interessiert sich nicht mehr für mich.

00:04:31: Wer bin ich denn eigentlich für den

00:04:34: So?

00:04:34: und jetzt gehen wir auf C Kontrolle Vorwürfe Unruhe.

00:04:40: Genau Das heißt, der Partner kommt nach Hause und kriegt an der Tür die volle Breitseite.

00:04:46: Und dabei ist A bei beiden gleich gewesen und führt zu völlig unterschiedlichen Cs!

00:04:57: Jetzt kommt es zum Thema um das es heute geht.

00:05:01: Wenn jemand zu dir sagt du machst aus einer Mücke einen Elefanten dann bewertet diese Person nicht dein A. sie bewertete dein B. Sie sagt dir, deine Bewertung ist falsch und sie tut das ohne deine Bewerbung überhaupt zu kennen.

00:05:20: Und das haben wir ja ganz häufig – dass Menschen etwas sagen und dein wenig können!

00:05:28: Ja die Reaktion des anderen wird bewertet,

00:05:31: ne?

00:05:32: Aber deine Bewegrunde werden bewerted.

00:05:33: Wieso hast du so lange nicht geantwortet?

00:05:36: Beispiel Beispiel ganz ganz ganz simples Beispiel

00:05:40: WhatsApp Nachrichten.

00:05:41: Ganz simples Beispiel Dein Partner sagt zu dir Ich bin grundsätzlich erreichbar, egal wann du mich anrufst.

00:05:49: Dann rufst Du auf dem Festnetz an – er geht nicht ran!

00:05:52: Dann ruft Du aufm Handy an.

00:05:54: – Er geht nicht run!

00:05:55: Du ruft noch mal aufm Festnetze an – Geht nicht ran, dann ruft du wieder aufm Handy an und er geht nie ran.

00:06:00: Und schon geht die Spirale der Bewertung in den

00:06:03: Worten.

00:06:03: Genau, wo ist denn der schon wieder?

00:06:05: Wieso ist er nicht erreichba...

00:06:06: Der hat doch gesagt, der ist ständig für mich erreichbaar.

00:06:10: Das ist die große Gefahr dabei diese Verallgemeinerung in der Botschaft, ich bin ständig für dich erreichbar.

00:06:17: Damit blende ich aus, dass es mal Situationen geben könnte wo ich nicht erreichba bin und dann wird aus dem kleinen Anruf ein großes großes Thema.

00:06:32: Und jetzt nehmen wir das mal.

00:06:33: weshalb ist denn sowohl das Handy als auch das Festnetz unerreichbar geblieben, weil der Mensch an dem Tag einen Spaziergang durch den Wald gemacht hat und das Handy vergessen hatte.

00:06:45: Oder draußen am Auto waren das Auto gewaschen hat?

00:06:48: Oder im Garten und das Wasser gesprengte er dem Garten.

00:06:52: Also nicht den Garten gespringt sondern Wasser gesprängt.

00:06:55: Wie auch immer.

00:06:56: Irgendwas hat er gespregnet.

00:06:58: Ja!

00:06:59: Den Rahmen der Bewertung des anderen hat er besprengt.

00:07:04: Problem dabei ist, du selber als Botschaft übermittler kriegst nicht mit was der andere gerade tut.

00:07:12: Und dadurch dass Du nur auf die Beantwortung Deiner eigenen Thematik reagieren würdest, willst und nicht weißt was der Andere macht gehst Du in eine Bewertung die das gesamte Thema unfassbar groß macht.

00:07:29: wenn Du hinter drauf guckst erkennst Du letztlich tatsächlich die Mücke.

00:07:34: Aber was ist den Mücke und Elefant?

00:07:36: Das sind doch zwei Metaphern, keine Messwerte.

00:07:38: Eine Mücke ist klein und ein Elefante ist groß.

00:07:43: Und die Bilder funktionieren weil sie sofort einen Größenverhältnis darstellen.

00:07:51: Jedoch Gefühle lassen sich nicht in Zentimeter messen.

00:07:54: es gibt keinen Linial für Grenkung und keine Waage für Wertschätzung.

00:08:02: Ja das sehe ich aber ganz anders.

00:08:04: Natürlich gibt es da Größenmaßstäbe.

00:08:07: Ich setze den größten Maßstab darauf.

00:08:10: Als bist du der Elefant?

00:08:12: Ja, genau!

00:08:15: Nee was als Mücken und was als Elefante gilt hängt von der Lebensgeschichte der Person ab.

00:08:20: Und zwar der Lebens Geschichte der Person die das fühlt von den Erfahrungen von dem was früher schon mal weggenommen wurde Sicherheit Vertrauen, das Gefühl nicht wahrgenommen zu sein.

00:08:33: Ich gebe mal ein Beispiel wenn jemand als Kind erlebt hat dass Aussagen des Gegenübers gebrochen wurden reagiert dieser Mensch auf ein Gebrochenes Versprechen heute anders als jemand der das nie erlebt hat Nicht weil die Person übertreibt, sondern weil das Nervensystem gelernt hat, dass ein gebrochenes Versprechen ein Warnsignal ist.

00:09:00: Für den Menschen ist es ein Elefant!

00:09:05: Es ist eine berechtigte Alarmreaktion auf einem Muster, das dieser Mensch kennt.

00:09:11: und wenn du das nicht erlebt hast als Kind dann ist das für dich eine Mücke.

00:09:17: Und wenn jetzt jemand von außen sagt Das sei doch eine Kleinigkeit.

00:09:22: Ist das für den die Kleinigkeit?

00:09:24: Für dich ist es aber der Elefant.

00:09:27: Denn wertet dieser Mensch

00:09:31: Dich

00:09:32: ab!

00:09:34: Ja, weil er in seiner eigene kleine Welt guckt.

00:09:37: und das ist das große Problem dabei.

00:09:39: Und dabei sagt dieser Mensch meine Einschätzung deines Gefühls zählt mehr als dein Gefühl selbst.

00:09:48: Richtig.

00:09:49: Das ist die Kernbotschaft dieser Sache.

00:09:53: Mücke und Elefant sind Wörter, die eine Rangordnung herstellen und diese Rangordnung wird von jemandem festgelegt der das Gefühl gar nicht

00:10:03: hat.

00:10:04: Genau!

00:10:05: Und er sich aber in dem Moment selber nach vorne stellt.

00:10:08: Genau.

00:10:10: Da hört die Fürsorge auf und da beginnt die Kontrolle.

00:10:15: Und damit wir uns jetzt richtig verstehen, nicht jeder der diesen Satz sagt möchte manipulieren.

00:10:21: Manchmal ist es auch ein ungeschickter Versuch zu helfen!

00:10:27: Ungeschickt.

00:10:29: Von außen betrachtet, das sind wir auch schon wieder in der Wertung von außen Betrachtet ist es ungeschickt aber aus der Position desjenigen ist es halt so möchte ich helfen.

00:10:39: das habe ich so gelernt

00:10:40: wenn wir uns jetzt mal anschauen.

00:10:42: du sagst doch es ist eine mücke und normalerweise würdest du durch mit einer fliegend Glacke die Mücke jetzt klein hauen

00:10:47: ja schon tot

00:10:49: So, aber du kannst mit einer Fliegenklatsche einen Elefanten nicht klein machen.

00:10:53: Das geht nicht!

00:10:54: Deine Mücke wird an der Stelle für denjenigen, der mit der Fliegenglacke drauf knallt, kleingemacht.

00:11:01: und genau in dieser Stelle ist es Manipulation.

00:11:03: ein Partner, der wirklich glaubt dass ein Streit übertrieben wird kann das auch aus Sorge sorgen.

00:11:13: Und manche sagen's nicht aus Sorgel sondern haut mit der fliegend Klatsche drauf und tagen.

00:11:18: Ich bewertet, dass du aus diesem Thema jetzt gerade einen Elefanten machst der gar nicht erst Elefanz sein darf.

00:11:27: Aus meiner Bewertung.

00:11:29: Meinst Du das mit der Sorge so, dass derjenige, der in diese Bewertungen geht oder der das so ausdrückt?

00:11:41: versucht den anderen zu schützen, weil er sich letztendlich an die selber schützen will?

00:11:47: Weil er gar nicht weiß wie er damit umgeht.

00:11:49: Der Mensch möchte es den anderen schützen.

00:11:51: das hat auch was Fürsorgliches.

00:11:53: Er möchte ihn schützen sich nicht so aufzuplustern für etwas was außer seine Wertung aus seiner Haltung aus seiner Erfahrung Es ist.

00:12:04: nicht wert ist auch dass Wenn wir genau hinschauen, ne Manipulation.

00:12:09: Weil auch da gehst du ja hin und bewert es dann gegenüber.

00:12:14: Wenn er ist aber für mich jetzt so ist wie es ist dass ich aus einer Mücke einen Elefanten mache weil's für mich im Gefühl schon auch heftig ist Dann möchte ich nicht das man gegenüber sagt mein Gott macht doch nicht schon wieder aus dieser Mücke ein Elefanten.

00:12:31: Sondern dann möchte ich dass jemand sagt Ich sehe, dass ich das gerade beschäftigt.

00:12:36: Auch wenn ich selbst das als Kleineinschätzen würde – was kann ich tun?

00:12:41: Wie kann ich dich unterstützen?

00:12:43: Was brauchst du jetzt gerade von

00:12:45: mir?".

00:12:46: Und damit wird mein Gefühl wahrgenommen!

00:12:49: Da fängt partnerschaftliche Wertschätzung an.

00:12:52: Auch, wenn ich es anders sehe.

00:12:54: Völlig okay.

00:12:55: Darf

00:12:55: ich?!

00:12:56: Richtig.

00:12:57: Aber es geht ja in der Beziehung darum, dass beide Partner sich gegenseitig irgendwo mitziehen, sich gut fühlen und sich annehmen.

00:13:07: Und das bedeutet ja, dass ich mein Thema niemals über das andere... über das Thema des anderen Stelle, sondern dass ich wenn ich erkenne für mich ist es irgendwie gerade so gut okay.

00:13:20: Ich würde damit umgehen aber ich merke meinen Partner oder meine Partnerin scheint da echt ein Thema mit zu haben.

00:13:26: dann sollte ich ein bisschen auf Empathie umschalten und sagen ok also ähnlich wie du's grade schon angemerkt hast ok ich merket dich beschäftigter was komm lass uns mal darüber reden auch wenns für mich ganz klein wäre.

00:13:41: Und wenn du Gästleitest, klingt es anders.

00:13:45: Derjenige der Gäste leitet sagt, das ist doch keine Mücke!

00:13:49: Das ist ein Elefant den Du Dir einbilderst!

00:13:52: Wow... auch nicht schlecht!

00:13:56: Und damit lässt derjenige, der Gäsleitet keinen Raum für die zweite Wahrheit.

00:14:01: Es gibt nämlich nur Eide und zwar DIE, der Person, die es gehört hat und die jetzt spricht, die dir sagt Erstmal ganz ehrlich, das bildest Du Dir Ein Du übertreibst mal wieder maßlos.

00:14:15: Und genau hier wird der Satz gefährlich, denn denjenigen, der gestaltet funktioniert über einen Wiederholungsmoment.

00:14:25: Das heißt es wiederholt sich.

00:14:28: Der Satz wird nicht einmal gesagt, sondern zur Meinung.

00:14:33: Manipulation und Kleinhalten des Partners.

00:14:37: Krass!

00:14:38: Und dann wird aus dieser Wiederholung ein Trainingsprogramm.

00:14:46: Gessleiten hat viele Formen.

00:14:48: Einer der leistesten und deshalb wirksamsten ist genau diese, die Größe deines Gefühls in Frage zu stellen statt den Inhalt.

00:14:59: Schaut dir mal den Unterschied an.

00:15:00: wenn jemand sagt das ist nicht passiert bestreitet er ein Faktum.

00:15:08: Das ist leicht zu erkennen weil du weißt was passiert ist.

00:15:11: aber wenn jemand gesagt dass es doch nicht so schlimm bestreitet er Kein Faktum mehr.

00:15:20: Er bestreitet die Behauptung, die du dem Faktom gibst und das ist viel schwerer zu widerlegen weil Bedeutung sich nicht beweisen lässt wie ein Ereignis.

00:15:30: Das ist ein ganz großer Unterschied!

00:15:33: Genau deshalb ist Mücke-und Elefant ein so effektives Werkzeug für Schuldumkehr.

00:15:40: Schuldumkehr bedeutet statt dass die gekränkte Handlung besprochen wird wird deine Reaktion auf die gekrankte Handlung zum Thema.

00:15:48: Und das ist der große Unterschied.

00:15:52: Das Geschrittbrech verschiebt sich von, was hast du getan?

00:15:55: Zu.

00:15:56: warum reagierst Du jetzt so übertrieben darauf?

00:16:01: Nicht dass was sondern das wie wird dann angeschaut.

00:16:07: Ja es wird letztendlich das Thema wegbremsen.

00:16:11: Das eigentliche Thema worum's geht wird an die Seite gestellt weil da kann ich sowieso nicht mit umgehen.

00:16:17: und so eigentlich wird ja derjenige der so reagiert der den Partner Versuch klein zu machen, geht ja letztendlich gegen seine eigene Unfähigkeit ein Thema anzusprechen was gerade wertvoll und wichtig ist.

00:16:37: Und versucht sich selber in Anführungszeichen zu schützen um nicht selber angegriffen zu werden.

00:16:49: Aber da passiert was?

00:16:50: Schaut dir das mal an.

00:16:52: Ich geb dir mein Beispiel aus meinem täglichen Leben, also aus meinem Leben im Institut.

00:16:59: Eine Klientin erzählt mir, ihr Partner kommt drei Stunden später als angekündigt nach Hause ohne jegliche Nachricht.

00:17:07: Wow!

00:17:08: Sie war aufgewühlt hat sich Sorgen gemacht und fühlte es sich nicht wahrgenommen.

00:17:13: Und statt über das zu spät kommen zu sprechen sagt der Partner jetzt mach doch nicht schon wieder so ein Drama daraus.

00:17:20: Krass

00:17:23: In dem Satz verschwindet das ursprüngliche Thema komplett.

00:17:29: Das zu spät kommen, ist überhaupt kein Thema mehr!

00:17:32: Das Thema ist jetzt das angebliche Drama.

00:17:35: nicht das was hast du mir nicht gesagt sondern wie reagierst Du darauf?

00:17:41: Und da kann natürlich jede Menge Bewertung reingelegt

00:17:44: werden... und das ist Bewertungen pur!

00:17:46: Das ist Schuldumkehr, das ist Gessleiten.

00:17:49: Du überlegst dann Irgendwann mal, und deswegen habe ich ja vorher gesagt Trainingsprogramm in der Wiederholung.

00:17:56: Überlegst du dann... Ich glaube, ich mache immer einen Drama!

00:18:02: Und genau dann passiert dieser Dauerzustand deines Selbstzweifels.

00:18:09: Menschen die solche Sets über Monate oder Jahre hören entwickeln oft etwas das sich schwer beschreiben lässt.

00:18:17: Die haben ein ständiges Misstrauen gegenüber der eigenen Wahrnehmung.

00:18:22: Und bevor Sie überhaupt ein Gefühl aussprechen,

00:18:24: prüfen

00:18:24: Sie es dreimal!

00:18:25: Ist das überhaupt gerechtfertigt?

00:18:26: Übertreibe ich?

00:18:27: Bin ich zu empfindlich?

00:18:30: Der

00:18:30: innere Zweifel wird immer größer, ne?

00:18:32: Ja.

00:18:34: Schon krass...

00:18:36: Jetzt kommt noch was dazu.

00:18:37: Diese Selbstprüfung fühlt sich für viele an wie Reife Wie?

00:18:44: Selbstreflektion und in Wahrheit ist es oft eine erlernte Reaktion auf eine ständige Abwertung.

00:18:51: Und dann stelle ich mir die Frage, geht's

00:18:53: noch?!

00:18:56: Gehts

00:18:56: noch?!

00:18:58: Die eigenen Gefühle nochmal zu überprüfen und zu sagen, nee, das war wahrscheinlich überzogen!

00:19:06: Ja, das hat aber wie du es ja vorhin schon erwähnt hast... ...das hat ja was mit dem eigenen Erlebten zu tun.

00:19:12: Das was ich als Kind erlebt habe.

00:19:14: wenn ich halt Mein eigenes Verhalten, wenn das immer irgendwie in Frage gestellt wird stehe ich in der Partnerschaft in einer gleichen Situation.

00:19:23: Okay?

00:19:23: Ich habe was wahrgenommen scheint wohl doch falsch zu sein.

00:19:27: Und damit wiederholt sich das Altmuss.

00:19:28: Ich nehme es jetzt nochmal du bist Kind und du hast von Du hast ein Versprechen bekommen.

00:19:32: Wenn du jetzt denn dessen ganz ganz klassisches versprechen mit dein Teller schön leer ist dann ist da liest die Mama dir nachher noch eine Geschichte vor.

00:19:41: Super

00:19:42: So Als kind is dass die Wahrheit Abstrafen, belohnen mit Essen.

00:19:54: Da zieht sich in mir gerade alles zusammen.

00:19:56: aber wir nehmen das Beispiel.

00:19:59: Das Kind ist den Teller leer.

00:20:01: Freut Sie schon darauf, dass sie gleich eine Geschichte hören?

00:20:04: Kleiner Spoiler!

00:20:07: Dadurch kann sich ein S-Verhalten verändern und eine S-Störung daraus werden.

00:20:12: Punkt eins.

00:20:13: Punkt zwei – das Kind macht den Tellern leer, freut sich auf die Geschichte Und die Mama läßt die Geschichte nicht vor.

00:20:22: Genau, weil Mama gerade was anderes hat.

00:20:24: Weil die Wäsche gemacht werden muss, weil gebügelt werden muss – whatever!

00:20:30: Jetzt macht dieses Kind in seinem Kinderzimmer für die Mutter ein Drama.

00:20:36: Das Kind weint, weil das Kind gekränkt ist, weil eine Information der Mutter für das Kind nicht mehr als Informationen sich auflöst bzw Das Fer-Sprechen wird zum Fersprecher.

00:20:51: Es gibt keine verbindliche Information, weil dann wären die beiden hier in einer Verbindung und das Kind weint im Kinderzimmer.

00:20:58: Die Mutter geht rein und sagt dann ...

00:21:01: Nur mach mal nicht so einen Elefanten!

00:21:04: Nee.

00:21:07: Die Mutte geht rein, er sagt zu diesem Kind, kannst du jetzt endlich mal aufhören mit dem Drama?

00:21:14: Was macht das Kind?

00:21:15: Das Kind zuckt zusammen.

00:21:19: Und wenn jetzt Die Mutter reingeht und sagt, mein Gott, wie kann ein Mensch aus so einer Mücke einen Elefanten machen?

00:21:26: Haben wir genau das.

00:21:27: Dass das Nervensystem des anderen in einer sogenannten Selbstsensur irgendwann mal die eigene Gefühlswelt infrage stellt.

00:21:39: Willkommen in der Welt von unserer täglichen Arbeit!

00:21:47: Also was kannst du tun wenn du dich gerade selbst erkennst als die Person, die diesen Satz sagt.

00:21:55: Oder diesem Satz hört!

00:21:59: Tu mir einen großen Gefallen.

00:22:01: Formulier jetzt nicht ein schlechtes Gewissen draus.

00:22:04: Weil ein schlechtem Gewissen gibt es nicht.

00:22:06: Geh in deine Verantwortung und sage dass du ab sofort genauer hinschauen möchtest.

00:22:14: Und wenn du merkst das die Reaktion deines Gegenübers übertrieben ist also aus deiner Perspektive dir Übertrieben vorkommt Probier doch mal einen anderen Einstieg.

00:22:23: Frag doch mal nach der Bedeutung hinter dem Gefühl statt die Größe des Gefühls zu bewerten, was genau an dieser Situation hatte ich denn so getroffen?

00:22:33: Das öffnete Gespräch und sag nicht ach das ist doch nicht so schlimm weil das schließt das Öffnen einer Kommunikation aus!

00:22:45: Du darfst doch deine eigene Einschätzung behalten.

00:22:47: du darfst.

00:22:47: für dich darf es doch eine Mücke sein völlig okay aber du brauchst nicht Dein Gegenübereinwerten.

00:22:55: Zwei Menschen können unterschiedliche Ereignisse unterschiedlich wahrnehmen und das ist vollkommen okay, und keine von beiden ist falsch!

00:23:06: Was kannst du aber tun wenn Du diesen Satz öfters hörst?

00:23:09: Also du stehst auf der anderen Seite Und du hörst den Satz regelmäßig.

00:23:14: Dann ist der erste Schritt nicht das Gespräch mit dem Anderen zu suchen Sondern der erste schritt ist deine eigene Wahrnehmung zu wiederholen.

00:23:23: Wie der Hutzi Sag, für mich ist es nicht übertrieben.

00:23:26: Für mich ist das so?

00:23:28: Das fühlt sich für mich gerade so an!

00:23:31: Ja diese Bestätigung, dass deine eigene Wahrnehmung wirklich deine Wahrnehnung ist und diese Wahrnehmung auch richtig ist.

00:23:40: Dein Gefühl braucht keine Erlaubnis um echt zu sein.

00:23:45: Und vor allem auch keine Bestätigungen vom anderen – das ist echtes.

00:23:48: Und niemanden der dir zuhört Und das dann auch noch filtert durch seinen Filterjagd und sagt, es ist aber eine Mücke.

00:23:57: Nein!

00:23:58: Für dich ist es ein Elefant.

00:23:59: Genau.

00:24:00: Und wenn's für Dich ne Mücke isst... Also vor denen es gegenüber ne Mücke ist, dann ist es für den Mückel.

00:24:04: Das sind diese zwei Welten.

00:24:11: Mücke und Elefante sind keine Fakten über die Welt.

00:24:17: Sie sind Bewertungen, die jemand über Dein Innenleben trifft.

00:24:23: Meist ohne dein Innenleben wirklich zu kennen.

00:24:29: Manchmal passiert es aus Unbeholfenheit, manchmal aus echter Sorge und manchmal – wenn's zum wiederkehrenden Muster wird – aus dem Versuch dich kleinzumachen, dich kleinzuhalten damit das tatsächliche Thema nicht zur Sprache kommt.

00:24:50: Und das ist Gaslighting-und Schuldumkehr!

00:24:55: Der Unterschied entsteht nicht im ersten Satz.

00:24:58: Er entschied in der Wiederholung und in der Frage, ob für dein Gefühl noch Platz da ist oder ob nur die Größe verhandelbar ist.

00:25:10: Macht ihr bitte bewusst!

00:25:11: Du darfst deine Mücke behalten auch wenn jemand anders sie einen Elefanten nennt Und du darfst deinen Elefant behalten auf wenn jemand anderes ihn zur Mücke erklären möchte.

00:25:29: Doch wenn du merkst, dass dieses Muster in deiner Beziehung eine Rolle spielt und du tiefer reinschauen möchtest, dann darfst du jetzt handeln.

00:25:35: Und du darfst etwas für dich tun!

00:25:38: Und manchmal reicht es schon, wie nur ein Ort bereit ist hinzuschauen.

00:25:44: Was mir wichtig ist – und das ist mir wirklich wichtig – lasst deine Gefühle nicht von jemand anderem kleinreden und lass dir deine Geföhle auf jemand anderen nicht größer machen.

00:26:00: Dein Gefühl ist dein Gefühl.

00:26:04: Punkt!

00:26:05: Und so wie du bist, bist Du gut.

00:26:08: Punkt und so wie Du bist, Bist Du wertvoll.

00:26:13: Punkt.

00:26:15: Hab eine gute Zeit.

00:26:17: Passt gut auf Dich auf... ...und auf

00:26:20: bald.

00:26:22: Erlaube Dir dass Deine Wahrnehmung Deiner Wahrnehnung ist und dass diese richtig ist.

00:26:27: Ich wünsche dir eine wunderschöne

00:26:28: Zeit.

00:26:29: Bis bald.

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