067 - Wenn Schweigen zur Mauer wird – Stonewalling in Beziehungen

Shownotes

Wenn Schweigen zur Mauer wird

Mitten im Streit steht einer von euch auf und geht.

Die Tür fällt ins Schloss. Das Gespräch ist vorbei. Zumindest für diesen Moment.

Für die Person, die zurückbleibt, fühlt sich dieses Schweigen oft wie Ablehnung an. Wie Ignorieren. Vielleicht sogar wie eine Strafe.

Für die andere Person ist genau dieser Rückzug manchmal der letzte Versuch, nichts zu sagen, was später nicht mehr zurückgenommen werden kann.

Zwei Menschen. Ein Streit. Und zwei vollkommen unterschiedliche Wahrheiten.

In dieser Folge geht es um Stonewalling. Um das Verstummen mitten im Konflikt. Und um die Frage, was im Körper passiert, wenn Reden plötzlich nicht mehr möglich scheint.

Du erfährst, weshalb dein Nervensystem in einem Streit regelrecht überflutet werden kann und warum manche Menschen dann lauter werden, während andere still werden oder den Raum verlassen.

Du hörst außerdem, woran du erkennst, ob Schweigen ein kurzfristiger Schutz ist oder ob es als Strafe und Druckmittel eingesetzt wird.

Anhand der Geschichte von Carla und Ben zeigt Sabine dir, wie schnell sich ein Kreislauf entwickeln kann:

Je mehr Carla nach einer Antwort sucht, desto stärker zieht Ben sich zurück. Je stärker Ben sich zurückzieht, desto verzweifelter versucht Carla, ihn zu erreichen.

Beide wollen Verbindung. Und beide tun im entscheidenden Moment etwas, das genau diese Verbindung schwieriger macht.

Vielleicht kennst du diesen Kreislauf aus deiner eigenen Beziehung.

Wirst du im Streit lauter, weil du endlich verstanden werden möchtest?

Oder merkst du, dass dein Kopf leer wird, dein Brustkorb eng und jedes weitere Wort zu viel?

In dieser Folge geht es nicht darum, einen von euch zum Schuldigen zu machen. Es geht darum, das Muster zu erkennen, bevor es euch immer wieder an denselben Punkt führt.

In dieser Folge erfährst du

  • warum das Gehirn im Streit manchmal kaum noch Sprache und Perspektivwechsel zulässt
  • weshalb eine Pause von mindestens zwanzig Minuten sinnvoll sein kann
  • wie du schützendes Schweigen von strafendem Schweigen unterscheidest
  • was wiederholtes Mauern langfristig mit Nähe und Vertrauen macht
  • wie Kinder abruptes Schweigen zwischen ihren Eltern erleben
  • wie ein gemeinsames Pausenritual den Unterschied machen kann

Am Ende bekommst du eine einfache Übung für eure Beziehung:

Ein Signalwort. Eine klare Pausenlänge. Und einen verbindlichen Zeitpunkt für die Rückkehr.

Denn eine Pause muss nicht bedeuten, dass die Verbindung abbricht.

Sie kann bedeuten:

Ich gehe gerade einen Schritt zurück, damit ich wieder auf dich zugehen kann.


Deine Reflexionsfrage

Wann hast du zuletzt gemerkt, dass du mitten in einem Gespräch keine Worte mehr gefunden hast?

Was hätte dein Körper in diesem Moment gebraucht?

Nähe? Abstand? Zeit?

Und konnte dein Partner erkennen, was gerade in dir passiert?


Eure kleine Übung

Sucht euch in einem ruhigen Moment ein gemeinsames Signal für eine Gesprächspause.

Das kann ein Wort sein wie „Pause“ oder eine einfache Geste.

Legt vorher fest, wie lange die Pause dauert und wann ihr zum Gespräch zurückkehrt.

Ein möglicher Satz könnte sein:

„Ich merke, dass es mir gerade zu viel wird. Ich brauche zwanzig Minuten und komme danach wieder auf dich zu.“

Und nach der Pause?

Vielleicht nicht sofort mit dem alten Vorwurf beginnen.

Vielleicht erst einmal mit:

„Danke, dass du zurückgekommen bist.“

Eine Mauer muss keine Grenze für immer sein.

Manchmal ist sie nur ein Raum, den einer von euch gerade braucht, um wieder atmen zu können.

Und wenn dieser Raum eine verlässliche Tür zurück zu euch beiden hat, kann sich etwas verändern.

Nicht sofort.

Aber Schritt für Schritt.


Sabine Lahme begleitet Paare und Einzelpersonen in genau diesen Phasen: vertraulich, klar und ohne Umwege.

👉 Vereinbare jetzt dein Impulsgespräch: www.lebens-linie.de | 📞 0211 / 59 82 07 40

Direkt in Kontakt treten kannst du über das Kontaktformular:

https://lebens-linie.de/kontakt

Oder auf Instagram:

@lebenslinie_sabinelahme

Transkript anzeigen

00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu Lame Life, deinem Beziehungspodcast für mehr Leichtigkeit und Mut in deiner Beziehungen.

00:00:14: Mein Name ist Sabine Lame und ich freue mich sehr dass du wieder eingeschalten hast.

00:00:18: also such dir ein ruhiges Blätzchen lehnt dich zurück und nehmt dir jetzt Zeit für Dich!

00:00:30: Die Mauer die Dich schützt Stonewalling der Moment in dem einer verstummt und aus welchem Grund Schweigen fast nie Bosheit ist sondern meistens Überforderung.

00:00:42: Hallo und herzlich willkommen und schön, dass du wieder eingeschalten

00:00:45: hast!

00:00:49: Wir nehmen euch jetzt mit in die Küche.

00:00:52: von zwei Menschen nennen wir sie Carla und Tom.

00:00:59: Carla spricht schneller ihre Stimme wird lauter und Tom sitzt da Blick auf die Tischplatte kiefer angespannt.

00:01:07: Sie stellt eine Frage und bekommt keine Antwort.

00:01:10: Sie fragt noch einmal, jetzt scharfer und

00:01:13: Tom

00:01:13: steht auf, geht ins Bad und schließt die Tür hinter sich.

00:01:19: Für Carla ist das der schlimmste Moment im ganzen Streit.

00:01:22: Schlimmer als jeder Vorwurf.

00:01:25: Tom ist einfach weg mitten im Satz!

00:01:29: Und lässt sie mal wieder mit allem allein.

00:01:36: was noch gesagt werden müsste.

00:01:39: Für Tom ist genau dieser Moment die Rettung, weil noch drei Sätze mehr und er hätte etwas gesagt dass er nicht mehr zurücknehmen kann.

00:01:51: Sein Kopf ist leer sein Herz rast und reden fühlt sich an wie eine Sprache die er gerade verlernt hat.

00:01:58: diese Szene wiederholt sich bei den beiden seit Monaten Fast identisch, fast jedes Wochenende.

00:02:07: Ihre Liebe zueinander stellt keiner vom beiden in Frage.

00:02:11: Trotzdem landen sie nach jedem Streit wieder am selben wunden Punkt – dem Moment, in dem einer verstummt und der andere sich verlassen fühlt.

00:02:23: Zwei Menschen, einem Moment zwei gegensätzliche Wahrheiten.

00:02:27: Und genau darum geht es in dieser Folge!

00:02:32: Stonewalling, das Verstummen mitten im Konflikt.

00:02:36: Und die Frage was das mit einer Beziehung auf der Hormacht?

00:02:43: Doch aus welchem Grund mauern Menschen?

00:02:48: Der Psychologe John Goodman hat für diesen Zustand einen eigenen Begriff geprägt.

00:02:54: Flooding Gemeint ist ein Nervensystem dass dem Streit so stark aktiviert ist, dass es kognitiv kaum noch arbeitsfähig bleibt.

00:03:04: Der Puls steigt auf über hundert Schläge pro Minute, manchmal deutlich höher.

00:03:09: Der Körper schaltet in einen Alarmzustand der ursprünglich für Gefahr durch Raubtiere gedacht war – nicht für einen Streit über die Spülmaschine!

00:03:20: In diesem Zustand übernimmt ein älterer Teil des Gehirns die Steuerung.

00:03:25: Die Amygdala meldet Gefahr, der Brefrontale Cortex zuständig Versprache abwägen Perspektivwechsel wird gedrosselt.

00:03:35: Wer schon einmal mitten im Streit nach Worten gesucht hat und keine gefunden hat, kennt genau diesen Effekt aus erster Hand!

00:03:43: Das Gehirn ist in diesem Moment nicht stur – es ist überlastet.

00:03:51: Und dabei sind drei Reaktionen auf so ein Alarm möglich… Kampf?

00:03:58: Flucht oder Erstarren.

00:04:01: Manche Menschen werden im Streit lauter und forderner, das wäre die Kampfreaktion.

00:04:07: Andere ziehen sich zurück, verstummen, verlassen den Raum sowie Torm eben.

00:04:13: Das ist keine Entscheidung gegen dem Partner Es ist ein Schutzmechanismus Und der arbeitet schneller als jeder bewusste Gedanke.

00:04:22: Entscheidend dabei ist dass diese beiden Reaktionen sich gegenseitig verstärken.

00:04:28: Je lauter und drängender die eine Person wird, desto stärker aktiviert sich das Derfensystem der anderen.

00:04:36: Und je mehr die andere Person sich zurückzieht, dester größer wird die Verzweiflung der Ersten – ein Teufelskreis in dem beide auf ihre Weise Recht haben

00:04:48: und trotzdem

00:04:49: gemeinsam

00:04:50: feststecken.".

00:04:57: Eine Bereich, in dem ein Mensch Gefühle spüren und gleichzeitig klar denken kann.

00:05:04: Und der Stress verengt sich dieses Fenster.

00:05:08: Manche Menschen rutschen dabei nach oben in Überreaktion und lautes Vordern andere rutschend nach unten In Unterreaktionen und Erstarren.

00:05:21: Stonewalling gehört zur zweiten Richtung.

00:05:25: Wichtig ist zu wissen, der Körper braucht für den Rückzug aus diesem Zustand Zeit die sich kaum abkürzen lässt.

00:05:33: Cortisol und Adrenalin bauen sich langsamer ab als die meisten Menschen annehmen.

00:05:40: Fachleute wie wir rechnen mit mindestens zwanzig Minuten bis der Puls wieder in einem Bereich sinkt indem klares Denken und Zuhören möglich sind und wer in dieser Zeit weiter auf eine Antwort drängt verlängert die Erholung eher, statt sie zu verkürzen.

00:06:00: Ein Klischee hält sich hartnäckig angeblich morgen vor allen Dingen Männer während Frauen fordern.

00:06:08: Das sehen wir ein bisschen anders denn Wir haben in unserem Institut ein gemischtes Bild.

00:06:15: Stonewalling tritt bei allen Geschlechtern auf geprägt von Bindungserfahrungen und individuellem Nervensystem nicht vom Geschlecht allein.

00:06:27: Von außen lässt sich dieser Zustand oft schon erkennen, bevor überhaupt ein Wort fällt.

00:06:34: Da ist ein leerer Blick einen starrer Kiefer und verschränkte Arme auch ein Körper der sich abwendet ohne den Raum schon zu verlassen.

00:06:46: nach innen berichten Betroffene meist von einem Rauschen im Kopf.

00:06:52: Ja genau!

00:06:54: Einem Gefühl von enge im Brustkorb und davon Sätze zu hören, ohne ihren Sinn noch zusammensetzen.

00:07:05: Genau!

00:07:06: Wer diese Anzeichen bei sich selbst kennt gewinnt wertvolle Zeit um zu handeln bevor der Zustand vollständig eintritt.

00:07:15: Und jetzt nochmal zurück zur Carla & Tom.

00:07:20: Carla und Tom sieben Jahre zusammen zwei Kinder ihr Streitmuster.

00:07:26: Carla drängt auf sofortige Klärung.

00:07:29: Das kommt aus ihrer Kindheit, denn dort wurden ungeklärte Streitigkeiten oft in Tage langer Stille

00:07:38: verwandelt.".

00:07:40: Tom zieht sich zurück sobald der Ton schärfer wird – auch das kommt aus seiner Familie!

00:07:48: Die war damals laut.

00:07:49: Streitigkeiten endeten in Vorwürfe.

00:07:53: Sein Körper schaltet dann ab?

00:07:55: Er kann nicht mehr antworten….

00:07:58: Das sieht für Kalle aus wie Ignoranz.

00:08:01: Das verstärkt ihre Nachfrage, was wiederum?

00:08:03: Thomas?

00:08:04: Rückzug verlängert?

00:08:06: Ihr hört schon ein Teufelskreis der sich über Monate zu einer Daueranspannung aufgeschaukelt hat.

00:08:16: Was wäre jetzt der Wendepunkt?

00:08:19: Zum Beispiel Tom hält es aus.

00:08:22: Tom verlässt den Raum nicht um Kala zu bestrafen sondern aus Angst etwas Unwiederrufliches zu sagen.

00:08:30: Sein Schweigen schützt die Beziehung.

00:08:33: Sie bedroht sie nicht!

00:08:35: Wir springen zwei Monate vor, gleicher Konflikt Ferienplanung Neues Verhalten.

00:08:44: Tom kündigt seine Pause an.

00:08:48: Ich brauch zehn Minuten statt zu verschwinden und nichts zu sagen Und Carla lässt ihn gehen ohne es als Abweisung zu werden.

00:08:57: Der Streit selbst bleibt in diesem Moment ungelöst, jedoch die Angst davor ist weg.

00:09:03: Carla vertraut jetzt das Toms Schweigen ein Ende hat und Tom fühlt sich durch die Ankündigung entlastet – statt schuldig!

00:09:15: Und jetzt würden wir euch gar ein bisschen mitnehmen in unseren beruflichen Alltag denn da gibt es Einwände, die wir immer wieder hören wenn es genau um dieses Mauern geht.

00:09:27: Schweigen fühlt sich aber an wie Bestrafung.

00:09:32: Dieses Gefühl ist berechtigt und wird hier von uns nicht klein geredet, die Wirkung von Stonewalling auf die andere Person ist real und schmerzhaft unabhängig der Absicht dahinter.

00:09:46: Wirkungen ab Sicht sind zwei unterschiedliche Fragen – beide verdienen Beachtung jedoch keine ersetzt die Andere mehr mit einem schweigenden Partner oder einer schweigenden Partnerin lebt, verdient für dieses Gefühl von ausgeschlossen sein Anerkennung keine Erklärung die es kleiner macht.

00:10:08: Aus welchem Grund kann mein Partner denn nicht einfach reden?

00:10:15: Weil Reden in diesem Zustand neurologisch

00:10:18: kaum

00:10:18: möglich ist.

00:10:20: Sprache

00:10:20: braucht einen Cortex der zuhört und formuliert Im Flooding ist genau dieser Teil des Gehirns.

00:10:29: Erinnert euch an den frontalen Cortex, der ist in dem Moment zu.

00:10:33: Genau und von jemandem in diesem Zustand vollständige Sätze zu verlangen, gleich der Aufforderung während eines Fiebertraums ein Gedicht aufzusagen – das funktioniert nicht!

00:10:47: Das erklärt auch aus welchem Grund gut gemeinte Sätze wie «Jetzt sag doch was» in diesen momentselten Helfen?

00:10:57: Sie verlangen genau die Fähigkeit, die gerade nicht zur Verfügung steht.

00:11:03: Das ist doch einfach Feigheit oder Vermeidung?

00:11:06: Nein!

00:11:07: Bei manchen Menschen wird Rückzug zu vermeidungsschwieriger Themen.

00:11:11: Der spontane Rückzug mitten im aktuellen Streit ist davon zu unterscheiden Er isst eine körperliche Reaktion Keine Charaktereigenschaft.

00:11:21: Zu Unterscheidungen helfen vor allen Dingen zwei Fragen Wie lange dauert das Schweigen Und was passiert beim zurückkommen?

00:11:32: Also wenn ich jetzt aufhöre zu fordern, dann gewinnt doch der andere.

00:11:38: Diese Sorge trifft einen wichtigen Punkt denn damit Rückzug kein einseitiges Vorrecht wird braucht es eine Vereinbarung.

00:11:49: Eine die für euch beide gilt!

00:11:52: Eine Pause ist kein Freibrief zum endlosen Verschwinden.

00:11:58: Sie ist eine Unterbrechung mit einem ganz klaren Zeitpunkt für die Rückkehr.

00:12:03: In der Praxis bewährt sich eine ganz feste Regel, die angekündigte Pause endet spätestens nach einer Stunde mit einer Rückmeldung – auch wenn das eigentliche Gespräch noch warten muss!

00:12:20: Was ist jetzt der entscheidende Unterschied zwischen Schutz und Strafe?

00:12:27: Nicht jedes Schweigen ist gleich zu bewerten, der Unterschied zeigt sich weniger im Moment selbst als in dem was danach passiert.

00:12:37: Schützendes Schweigen isst zeitlich begrenzt.

00:12:40: die Person kehrt zurück sobald das Nervensystem sich beruhigt hat meist nach zwanzig bis maximal vierzig Minuten.

00:12:48: sie bringt beim Zurückkommen echtes Interesse am Gespräch mit nicht zur Pflichterführung und Sie kündigt die Pause, sobald sie es lernt.

00:12:59: Im besten Fall sogar vorher an!

00:13:03: Folgendermaßen könnte das sein ich merke Es wird mir gerade zu viel.

00:13:07: Ich brauche kurzen Abstand ich ziehe mich zurück und ich komme wieder zurück.

00:13:14: Strafendes Schweigen sieht von außen manchmal ähnlich aus verhält sich in der Substanz jedoch anders.

00:13:22: Es zieht sich über Stunden oder Tage ohne klaren Endpunkt.

00:13:28: Es wird eingesetzt, um die andere Person spüren zu lassen wie es ist ausgeschlossen zu werden und das endet häufig nicht mit echter Annäherung sondern mit einem eisigen Weiterführen im Alltag während das tatsächliche Thema unberührt bleibt.

00:13:48: Für Paare lohnt sich ein ehrlicher Blick auf dieses Muster.

00:13:52: Geht ihr schweigende Personen zurück sobald sie kann oder wird er schweigen?

00:13:55: zum Druckmittel?

00:13:57: Mit dem der Mensch weiterhin die Kontrolle hat.

00:14:00: Die Antwort entscheidet, welcher der beiden folgenden Wege ihr macht.

00:14:08: Eine einfache Faustregel hilft im Alltag.

00:14:11: Schützende Schweigen fühlt sich für die schweigende Person wie Erleichterung an und für die andere wie ein kurzer erklärender Unterbruch.

00:14:21: Straffendes Schweigen füllt sie für die Schweigende person eher wie Macht an und für die andere Person wie eine offene Wunde ohne Absicht auf Heilung.

00:14:34: Jetzt stellst du dir wahrscheinlich die Frage, was Schweigen mit deiner Beziehung auf Dauer macht?

00:14:42: John Goodman hat über Jahrzehnte Paare in seinem Forschungslabor beobachtet und vier Verhaltensmuster identifiziert, die den Ausgang einer Beziehungen mit hoher Treffsicherheit vorhersagen.

00:14:56: Er nennt diese Vier die apokalyptischen Reiter Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern.

00:15:06: Stonewalling steht in dieser Reihe häufig am Ende einer Eskalation oft als Reaktion auf die anderen drei.

00:15:18: Dieses wiederholte Mauern hat einen eigenen Effekt auf Beziehungen.

00:15:23: Der Partner oder die Partnerin der immer wieder auf Schweigen trifft lernt mit der Zeit weniger zu erwarten Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern als Selbstschutz.

00:15:35: Fragen werden seltener gestellt.

00:15:38: Nähe wird seltene gesucht – Aus Sorge wieder gegen eine Wand zu laufen!

00:15:44: Diese Anpassung fühlt sich für beide Seiten oft wie distanzam ohne dass jemand sie bewusst gewählt hätte.

00:15:52: Goodmans Forschung liefert noch eine zweite Zahl die hier hilfreich ist das Verhältnis von positiven zu negativen Interaktionen.

00:16:01: das stabile von instabilen Beziehungen unterscheidet.

00:16:06: Bei Paaren, die langfristig zusammenbleiben legt es bei etwa fünf positiven Momenten auf einen Negativen.

00:16:14: Häufiges ungeklärtes Mauern verschiebt dieses Verhältnis in die falsche Richtung weniger weil ein einziger Moment das Schweigen schwerer macht sondern weil er selten alleine bleibt solange das Muster und Upprochen weiterläuft.

00:16:30: doch Die gute Nachricht in diesen Daten.

00:16:33: Mauern ist ein Muster, kein Charakterzug und Muster lassen sich verändern.

00:16:41: Paare die lernen, flooding früh zu erkennen und pausen bewusst zu gestalten statt sie unkontrolliert geschehen zu lassen verlassen diesem Kreislauf messbar häufiger als Paare, die das Thema meiden.

00:16:56: Der entscheidende Unterschied liegt selten in der Häufigkeit von Streit, sondern darin wie ein Paar mit dem Moment des Verstummens umgeht.

00:17:07: Und wir gehen noch mal zurück zu Caller und Tom.

00:17:12: Wir stellen uns die Frage was machen wir denn wenn Kinder mit am Tisch sitzen?

00:17:17: Oh ja!

00:17:18: Calla und Tom das haben wir vorhin schon gesagt.

00:17:19: eingangs haben zwei Kinder sieben und zehn.

00:17:23: Beide bekommen die Küchenszene mit auch wenn die Eltern lange dachten, dass die Kinder das nicht merken.

00:17:30: Sorry aber Kinder registrieren plötzlich es für stumm und oft genauer als einen offenen Streit.

00:17:35: Lauter Wortwechsel lässt sie einordnen also Kinder können.

00:17:40: Wortwechsel einordnend und stille dagegen wirkt betrohlich unspezifisch.

00:17:46: Kinder füllen die Lücke selbst oft mit der Annahme Sie selbst hätten etwas falsch gemacht.

00:17:55: Konflikte vor Kindern zu vermeiden ist deshalb nicht per se schädlich.

00:18:03: Entscheidend ist, dass auch die Versöhnung sichtbar wird.

00:18:08: Kinder, die beides miterleben lernen.

00:18:10: streit und Verbindung schließen sich nicht aus.

00:18:18: Hier kommt mein praktischer Tipp Die Pause nicht wortlos vollziehen sondern kurz einordnen.

00:18:25: Das bedeutet Du sagst deinen Kindern, Mama und Papa brauchen kurz eine Pause.

00:18:30: Wir reden gleich weiter!

00:18:32: Und wenn möglich auch das Ende des Streits zeigen und sei es nur ein kurzes Wort.

00:18:39: Wir haben das geklärt.

00:18:41: Das gibt den Kindern das tatsächliche Gefühl der Sicherheit.

00:18:46: nicht die Abwesenheit vom Streit sondern der sichtbare Beweis dass Streit nicht das Ende von Verbindung bedeutet Ein Muster, das Ihnen spätestens in Ihrer eigenen Beziehung wieder hilft.

00:19:00: Den macht Ihr bewusst?

00:19:02: Deine Kinder lernen Beziehungen von Dir als Eltern!

00:19:07: Doch was ist jetzt der Weg zurück für die beiden?

00:19:10: Für die schweigende Person erkenne das Frühwahnzeichen.

00:19:16: Deine Enge im Brustkorb oder dieses Rauschen im Kopf bevor du in ein komplettes Verstummen verfälzt.

00:19:25: Dann kündigst du die Pause an, anstatt dass du einfach

00:19:29: verschwindest.".

00:19:31: Das Thema bespricht dir am besten in ruhigen Momenten – nicht mitten im Streit!

00:19:37: Und der Schlüsselsatz lautet...

00:19:54: hake nicht nach und werde auch nicht lauter, denn das verstärkt die Überflotung beim anderen.

00:20:02: Stattdessen versuche deine eigene Anspannung selbst zu regulieren.

00:20:08: Graus!

00:20:09: Telefonier!

00:20:11: Mach etwas was deinen eigenen Puls senkt.

00:20:16: Denn zwei aufgewühlte Nervensysteme schaurelt sich gegenseitig hoch.

00:20:21: ein ruhiges Nerven-System gibt dem anderen den Raum Und für euch beide, der Moment nach der Pause, der ist entscheidend.

00:20:29: Sag als allerallererstes Danke dass du zurückgekommen bist statt jetzt.

00:20:36: klären wir das endlich!

00:20:37: Denn das ist entscheident wie das Gespräch weitergeht.

00:20:42: Es ist wichtig.

00:20:43: Das Ritual muss geübt werden.

00:20:45: es klappt nicht sofort und falls die Pause doch mal unangekündigt passiert ein nachträgliches.

00:20:53: Ich hätte das Ankündigen wollen, es ging zu schnell.

00:20:56: Ich melde mich in zwanzig Minuten.

00:20:58: Reicht auch!

00:20:59: Es zählt nicht die Perfektion sondern eher dass die Rückkehr verlässlich

00:21:05: bleibt.".

00:21:07: Doch was wenn Schweiken zur Waffe wird?

00:21:12: So viel Verständnis für Flooding und Nervensystem wir auch aufbringen... ...es gibt Grenzen.

00:21:19: Es gibt Grenze für das Schweigen denn der Rückzug systematisch eingegesetzt wird, um die andere Person zu bestrafen oder zu kontrollieren.

00:21:28: Sprechen wir Fachleute nicht mehr von Stonewalling im ursprünglichen Sinn sondern von einer Form von emotionaler Erpressung oder Abstrafung?

00:21:40: Ein paar Anzeichen sind das Schweigen dauert Tage ohne dass die Rückkehr zum Gespräch hier angeboten wird.

00:21:49: es folgt regelmäßig auf Situationen in denen die schweigende Personen im Unrecht war und dient dann eher der Ablenkung als der Selbstregulation.

00:22:00: Oder es wird offen als Drohung eingesetzt, wenn du das noch einmal machst, rede ich tagelang nicht mit dir.

00:22:09: Puh!

00:22:10: Meist ist das nicht böswillig gemeint sondern zeigt häufig dass die tatsächliche Verarbeitung nicht innerhalb einer Beziehung stattfinden kann, sondern eher auch mal in einer Einzeltherapie aufgearbeitet werden darf.

00:22:24: Eine Beziehung kann rahmen sein, sie ersetzt jedoch deine eigene Veränderung

00:22:29: nicht.

00:22:31: Ich möchte euch ein Beispiel zur Orientierung geben.

00:22:36: Schweigt jemand nach einem Streit vierzig Minuten und kommt anschließend mit echtem Gesprächsinteresse zurück?

00:22:43: Spricht vieles für flooding?

00:22:46: Schweigt dieselbe Person dagegen über drei Tage reagiert auf Nachrichten nur einzulbig und lässt die eigentliche Ursache des Streits nie zur Sprache kommen, deutet das eher auf ein Muster von Kontrolle oder Vermeidung hin.

00:23:02: Das über die akute Situation hinaus

00:23:05: reicht.".

00:23:06: In solchen Fällen ist professionelle Begleitung kein Luxus sondern der sinnvollste nächste Schritt für die Beziehung?

00:23:14: Falls sie noch tragfähig ist der weniger zerstörerisch verläuft.

00:23:22: Diese Grenze richtig einzuschätzen fällt gerade der betroffenen Person oft schwer, weil Nähe und Grenkungen den eigenen Blick verengen.

00:23:34: Eine ausstehende Fachperson kann hier eine Einschätzung liefern die von innen oft nicht möglich ist.

00:23:43: Frag dich in einem ruhigen Moment Wann hast du zuletzt gemerkt, dass du mitten im Gespräch keine Worte mehr finden konntest?

00:23:54: Was hat dein Körper in diesem Moment gebraucht – Nähe, Abstand oder einfach Zeit?

00:24:01: und wie hat die Person dir gegenüber reagiert im Vergleich dazu, wie du dir eine Reaktion gewünscht hättest.

00:24:11: Wir haben da eine kleine Übung

00:24:13: für euch

00:24:15: Legt ein Signalwort oder eine Geste fest für es wird gerade zu viel.

00:24:23: Ganz kurz ohne eine Erklärung, zum Beispiel sagt Pause oder hebt einfach die Hand.

00:24:31: Nutzt bitte einen Wort was ihr gemeinsam auch einhalten könnt

00:24:36: und am besten auch gemeinsam erarbeitet.

00:24:39: unbedingt

00:24:40: genau vereinbart eine Pausenlänge startwert zwanzig Minuten Und wer beim Wiederkommen den ersten Satz sagt, dieser Satz Danke dass du geblieben bist.

00:24:53: Danke das du zurückgekommen bist.

00:24:55: Schon außerhalb von Streit üben damit er im Ernstfall leichter setzt.

00:25:02: Schreibt das Signal und die Pausennänge sicherheitshalber auf.

00:25:06: zum Beispiel schreibt sie auf eine Karte am Kühlschrank.

00:25:09: Das hält besser als reine Kopfsache weil in der Stresssituation Könnt ihr da im Kopf erst mal nicht drauf zugreifen, aber den Zettel könnt ihr sehen.

00:25:20: Optional wäre auch ein kleines Heft zu führen das noch jeder Pause kurz notiert wird was funktioniert hat und was noch geübt werden darf.

00:25:29: Und daraus entsteht mit der Zeit ein eigenes kleines Handbuch für eure Beziehung.

00:25:35: Macht dir bewusst eine Mauer muss keine Grenze für immer sein!

00:25:41: Manchmal ist sie nur ein Raum, der einer von euch gerade braucht um wieder atmen zu können.

00:25:49: Ein Raum der offen bleibt für die Rückkehr ist am Ende keine Mau mehr sondern eine Tür und jede Tür die einmal wieder aufgeht macht das nächste Öffnen ein Stück leichter.

00:26:07: Hab eine gute Zeit?

00:26:09: Passt gut auf dich

00:26:10: auf!

00:26:11: Und habt eine wundervolle Zeit Bis bald.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.